

Nicht nur die anhaltenden Angriffe töten Menschen, auch der Winter in der Ukraine ist erbarmungslos und lebensbedrohlich. Die Temperaturen sinken auf bis zu -20°C und aufgrund von stundenlangen Stromausfällen können die Menschen nicht heizen oder kochen. Sie harren in dunklen und kalten Wohnungen aus und fragen sie sich, wie sie sich die nächste Mahlzeit leisten können.
Die Menschen in der Ukraine sind erschöpft - nahezu jede und jeder hat Angehörige im Krieg verloren.
Das Rote Kreuz hat sogenannte "Heatingpoints" errichtet. In den mit Generatoren beheizten Zelten können sich die Menschen aufwärmen, warme Mahlzeiten essen, ihre Handys aufladen und mit anderen ins Gespräch kommen.
Die vergangenen vier Jahre haben die Ressourcen der Menschen aufgezehrt. Viele Familien gehen mit
kaum vorhandenen finanziellen Rücklagen in diesen Winter. Sie haben kein Sicherheitsnetz mehr, keinen Spielraum mehr, um einen weiteren Schock abzufedern.
Dieser Winter ist der härteste seit Beginn des Krieges - mittlerweile sind 11 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Vor allem ältere Menschen, die alleine in abgelegenen Gebieten zurückgeblieben sind, trifft der Winter hart. Oft sind die Mitarbeitenden des Roten Kreuzes der einzige soziale Kontakt und die einzige Hilfe, die sie haben.





Die Kinder in der Ukraine sind einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt. Der ständige Lärm von Sirenen, die Angst vor Angriffen, der Verlust vertrauter Orte und die Trennung von Angehörigen hinterlassen tiefe Spuren. Viele Kinder leiden unter Schlafstörungen, Panikattacken und anhaltender Anspannung, weil sie nie wissen, wann die nächste Gefahr droht. Auch der abrupte Wegfall von einem geregelten Alltag, Schule und sozialem Umfeld erschwert es ihnen, Sicherheit und Normalität zu erleben. Selbst wenn sie körperlich in Sicherheit sind, bleibt die seelische Belastung oft bestehen und wirkt langfristig nach.
Die Vorarlbergerin Camilla Mittelberger führt seit einem Jahr als Delegationsleiterin das 15-köpfige Team des Österreichischen Roten Kreuzes in der ukrainischen Hauptstadt Kyiv. Zusätzlich verantwortet sie auch die Agenden des finnischen Roten Kreuzes im Konfliktgebiet.
Sie kennt die stundenlangen Luftalarme oder die Stromabschaltungen, die einen Alltag schwierig machen:
"Wir erleben hier den härtesten Winter seit Kriegsbeginn vor vier Jahren. Strom und Heizung fallen regelmäßig aus, während die Temperaturen im zweistelligen Minusbereich liegen. Wir müssen teils tagelang ohne fließendes Wasser auskommen, nachts werden wir von Luftalarmen geweckt. Viele Menschen haben keine Ersparnisse mehr und müssen zwischen Essen oder Medikamenten entscheiden."
Das Österreichische Rote Kreuz hilft in den Regionen Kherson, Mykolaiv, Zaporizhzhia, Sumy, Kharkiv, Donetsk, Chernihiv und im Westen Lviv, Zakarpattia und Chernivtsi. Mehr als 1,49 Millionen Menschen konnte dank der Unterstützung aus Österreich bereits geholfen werden.
Es wurden:
Der Bedarf an Unterstützung in der Ukraine bleibt enorm. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der Wiederaufbau wird Jahrzehnte dauern und die betroffenen Menschen werden noch lange unter den Folgen des Konflikts leiden.
Das Rote Kreuz ist da und hilft so lange wie nötig.
Dafür brauchen wir deine Unterstützung!

