Verheerende Sturzflut in Nepal

Schrittweiser Übergang zum Wiederaufbau

Am 26. August hat eine verheerende Sturzflut in Nepal ganze Dörfer mitgerissen und Straßen, Brücken sowie Kraftwerke schwer beschädigt. Besonders betroffen sind Regionen Rasuwa und Nuwakot, nahe der Grenze zu Tibet. Mehrere tausende Menschen gelten nach wie vor als vermisst, darunter auch hunderte Tourist:innen.

Etwa 1,6 Millionen Menschen sind von der Katastrophe insgesamt betroffen, davon sind rund 93.000 Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Durch die Fluten wurden die Wasser- und Sanitärinfrastruktur stark beschädigt und saubere Wasserquellen verunreinigt. Dadurch steigt das Risiko für durch Wasser übertragene Krankheiten wie Cholera.

Der Einsatz des Roten Kreuzes in Nepal ist noch lange nicht abgeschlossen. Nach der ersten Nothilfe beginnt nun der lange Weg des Wiederaufbaus. Das Rote Kreuz unterstützt die betroffenen Menschen dabei, ihre Lebensgrundlagen wiederherzustellen und Schritt für Schritt in den Alltag zurückzufinden.

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ÖRK-Delegierte unterstützen vor Ort

Das Österreichische Rote Kreuz unterstützt die Hilfsmaßnahmen vor Ort mit 50.000 Euro Soforthilfe. Außerdem unterstützen erfahrene Experten aus dem WASH-Bereich (Wasser, Sanitär und Hygiene) das Nepalesische Rote Kreuz vor Ort. Sie arbeiten gemeinsam mit den lokalen Teams an der temporären Wasserverteilung, -speicherung und -aufbereitung für die Menschen in den betroffenen Gebieten sowie an der langfristigen Wiederherstellung der Wasserversorgung vor Ort.

Mitarbeitende und Freiwillige des Nepalesischen Roten Kreuzes arbeiten auch Monate nach der Flut auf Hochtouren. Sie bringen Hilfsgüter wie Trinkwasser, Planen, Decken und Erste-Hilfe-Sets in die schwer betroffenen Gebiete, betreuen Notunterkünfte und bieten Betroffenen psychosozialen Support an. 

Einige Beispiele aus der umfangreichen Rotkreuz-Hilfe vor Ort

  • 9.905 Menschen erhielten einen Platz in Notunterkünften und lebenswichtige Hilfsgüter wie Planen, Decken, Matratzen und Haushaltsartikel.
  • 19.727 Menschen wurden mit sauberem Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygienemaßnahmen unterstützt.
  • Zudem konnten bereits 7 Wassersysteme wiederhergestellt werden.
  • Über 15 Tonnen Lebensmittel wurden per Helikopter in abgeschnittene Gemeinden transportiert.

Die drei Tiroler Florian Wille, Christopher Bachtrog und Michael Wolf wurden nach Nepal entsandt.

(c) Nepalesisches Rotes Kreuz

Wie kam es zur Sturzflut?

Die Sturzflut ist die Folge eines sogenannten Gletschersee-Ausbruchs an der Grenze zwischen China und Nepal. Auslöser war vermutlich ein Gletscherabbruch.

 

Bei einem Gletschersee-Ausbruch - in Österreich auch Alpen-Tsunami genannt - bricht ein natürlicher Damm aus Gestein, Schutt oder Eis – etwa infolge eines Erdrutsches, einer Lawine oder zunehmenden Wasserdrucks. Innerhalb kurzer Zeit können dadurch große Wassermassen freigesetzt werden, die als gefährliche Sturzflut vom Berg ins Tal rauschen.