Die drei Tiroler Florian Wille, Christopher Bachtrog und Michael Wolf wurden nach Nepal entsandt.


Rund einen Monat nach der verheerenden Sturzflut wird Nepal erneut von einer Unwetterkatastrophe getroffen. Seit mehreren Tagen verursachen heftige Monsun-Regenfälle vor allem im Westen des Landes katastrophale Überflutungen und Murenabgänge, schwer betroffen sind auch Regionen in Thailand, Myanmar und Indien.
Die humanitäre Lage in Nepal ist nach der Sturzflut ohnehin besorgniserregend, die aktuellen Überschwemmungen verschlimmern die Not von Millionen Menschen weiter.
Am 26. August hat eine verheerende Sturzflut in Nepal ganze Dörfer mitgerissen und Straßen, Brücken sowie Kraftwerke schwer beschädigt. Besonders betroffen sind Regionen Rasuwa und Nuwakot, nahe der Grenze zu Tibet. Mehrere tausende Menschen gelten nach wie vor als vermisst, darunter auch hunderte Tourist:innen.
Etwa 1,6 Millionen Menschen sind von der Katastrophe insgesamt betroffen, davon sind rund 93.000 Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Durch die Fluten wurden die Wasser- und Sanitärinfrastruktur stark beschädigt und saubere Wasserquellen verunreinigt. Dadurch steigt das Risiko für durch Wasser übertragene Krankheiten wie Cholera.


Das Österreichische Rote Kreuz unterstützt die Hilfsmaßnahmen vor Ort mit 50.000 Euro Soforthilfe. Außerdem unterstützen aktuell drei erfahrene Experten aus dem WASH-Bereich (Wasser, Sanitär und Hygiene) das Nepalesische Rote Kreuz vor Ort. Sie werden gemeinsam mit den lokalen Teams die temporäre Wasserverteilung, -speicherung und -aufbereitung für die Menschen in den betroffenen Gebieten sicherstellen, Betroffene in Bezug auf Hygiene-Aspekte (Vermeidung von übertragbaren Erkrankungen) aufklären und an der langfristigen Wiederherstellung der Wasserversorgung arbeiten.
Das Nepalesische Rote Kreuz hat seine Notfallteams aktiviert und Freiwillige mobilisiert. Hunderte Rotkreuz-Helfende sind im Dauereinsatz: Sie bringen Hilfsgüter wie Trinkwasser, Planen, Decken und Erste-Hilfe-Sets in die schwer betroffenen Gebiete, betreien Notunterkünfte und bieten Betroffenen psychosozialen Support an. Das Nepalesische Rote Kreuz verfügt über 10.000 qualifizierte Freiwilligen und hat jahrzehntelange Erfahrung in der Katastrophenhilfe.
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) steht bereit, um das Nepalesische Rote Kreuz mit zusätzlichen Ressourcen und bei der Koordination zu unterstützen. Gemeinsam arbeiten die Einsatzkräfte daran, Menschen in Sicherheit zu bringen, besonders gefährdete Familien zu evakuieren und die betroffenen Gemeinden entlang der Flüsse Bhote Koshi und Trishuli zu unterstützen.

Die drei Tiroler Florian Wille, Christopher Bachtrog und Michael Wolf wurden nach Nepal entsandt.




(c) Nepalesisches Rotes Kreuz
Die Sturzflut ist die Folge eines sogenannten Gletschersee-Ausbruchs an der Grenze zwischen China und Nepal. Auslöser war vermutlich ein Gletscherabbruch.
Bei einem Gletschersee-Ausbruch - in Österreich auch Alpen-Tsunami genannt - bricht ein natürlicher Damm aus Gestein, Schutt oder Eis – etwa infolge eines Erdrutsches, einer Lawine oder zunehmenden Wasserdrucks. Innerhalb kurzer Zeit können dadurch große Wassermassen freigesetzt werden, die als gefährliche Sturzflut vom Berg ins Tal rauschen.
